Zur Meldung, dass rund 400 Mitarbeiter des Amtes für Familie und Soziales auch nach der vorgesehenen Eingliederung in den Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) an ihren bisherigen Standorten in Chemnitz, Dresden und Leipzig verbleiben, erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion Dr. Dietmar Pellmann:
Die mit gewaltigen Paukenschlägen angekündigte Verwaltungs- und Sozialreform wird immer mehr zur Farce und zum Rohrkrepierer. Die ursprüngliche Absicht, im Interesse von angeblich mehr Effektivität den größten Teil der Mitarbeiter des Amtes für Familie und Soziales in Leipzig zu konzentrieren, wird nunmehr fallen gelassen. So bleibt zumindest für die meisten Mitarbeiter alles beim Alten. Lediglich die Amtsschilder werden ausgetauscht. Für die Mitarbeiter, die an ihrem bisherigen Arbeitsort verbleiben können, mag dies ein überraschendes Weihnachtsgeschenk sein, das ihnen zu gönnen ist. Für die Staatsregierung ist dies jedoch ein weiterer Akt aus dem Stück "Pleiten, Pech und Pannen".
Noch ist es jedoch Zeit, den ganzen Spuk zu beenden und das Amt für Familie und Soziales als Landesbehörde zu erhalten. Die lediglich formale Angliederung an den KSV hat mit Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung nichts zu tun, ist vielmehr ein Abschied der Staatsregierung aus der Verantwortung für soziale Daseinsvorsorge. Den Kommunen werden immer mehr Lasten aufgebürdet, die sie spätestens nach einer kurzen Übergangsphase nicht mehr schultern können. Das wird sich insbesondere für sozial Benachteiligte verheerend auswirken. Insofern werden vor allem behinderte und auf Hilfe angewiesene Menschen die Zeche mit bezahlen müssen, die aus den Milliardenverlusten der Sächsischen Landesband entstanden sind.