DIE LINKE unterstützt die 400 gekündigten Leiharbeiter bei BMW
Die Kündigung von 400 Leiharbeitern bei BMW in Leipzig ist ein Skandal erster Ordnung. Sie bestätigt unsere seit langem getroffene Einschätzung, dass das auf Geheiß von Bundes- und sächsischer Landesregierung aufgeblähte System von Zeitarbeitsfirmen längst nicht mehr dem ursprünglichen Kern der Leiharbeit – der Abfederung von Produktionsspitzen – dient, sondern immer mehr zur Entrechtung großer Teile der abhängig Beschäftigten führt. Sie erhalten für die gleiche Tätigkeit nicht nur weniger Lohn als die Festangestellten, sondern können viel leichter gefeuert werden. Überdies erhalten sie dann ein wesentlich niedrigeres Arbeitslosengeld, während ihre Verleihfirmen kräftige Profite einstreichen. Dieses System wird von seinen Befürwortern als notwendige Antwort auf die angeblichen Herausfor-derungen eines modernen und flexiblen Arbeitsmarktes gepriesen. Aus unserer Sicht ist es jedoch nichts anderes als moderner Sklavenhandel. Damit muss endlich Schluss sein.
Vom sächsischen Ministerpräsidenten Tillich (CDU) und seinem Wirtschaftsminister Jurk (SPD) erwarten wir rasches Handeln im Interesse der jetzt Gekündigten. Wir fordern beide Politiker auf, dass sie gegenüber der Konzernleitung von BMW darauf dringen, die Produktion künftig ausschließlich mit fest angestellten Arbeitnehmern zu sichern. Darüber hinaus muss die offenkundige Kündigungspraxis der Verleihfirmen hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen unter die Lupe genommen werden. Auch der Leipziger Oberbürgermeister Jung sollte sich dringend für die jetzt Gekündigten einsetzen. So sehr auch unsere Partei vor Jahren die Ansiedlung von BMW in Leipzig begrüßte, haben wir keinesfalls den gewaltigen finanziellen Kraftakt der Stadt Leipzig vergessen, der seinerzeit dafür notwendig war.