Zur Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Arbeitstätigkeit von Rentnerinnen und Rentnern in Sachsen Ende 2010“ (Drs 5/6097) erklärt der stellvertretende Vorsitzende und sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Dr. Dietmar Pellmann:
Obwohl die aktuellsten vorliegenden Daten nur die Lage bis Ende September 2010 darstellen, bestätigen sie eine bereits in den letzten Jahren zu beobachtende Tendenz: Die Zahl der beschäftigten Altersrentner steigt! Konkret ist die Zahl der über 65-Jährigen, die einer Arbeitstätigkeit nachgehen, seit 2008 um sechs Prozent gestiegen. Ende September 2010 waren im Freistaat somit 33.680 Altersrentnerinnen und -rentner in einem Beschäftigungsverhältnis, wovon allerdings lediglich 4.820 eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausübten. Die Mehrheit, nämlich 86 Prozent, hatte nur einen geringfügig entlohnten Job. Besonders der letztgenannte Fakt lässt vermuten, dass immer mehr Rentnerinnen und Rentner von Altersarmut betroffen sind und sich gezwungen sehen, auch nach Vollendung der 65. Lebensjahres selbst gering bezahlte Tätigkeiten anzunehmen, um ihren Lebensunterhalt einigermaßen angemessen bestreiten zu können.
Angesichts der nach wie vor hohen Zahl von Langzeitarbeitslosen, die auch in absehbarer Zeit kaum Aussicht auf einen gut entlohnten Arbeitsplatz haben, vollzieht sich durch die steigende Beschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern auf dem Arbeitsmarkt ein für viele Unternehmen willkommener Verdrängungswettbewerb, denn die über 65-Jährigen können eher mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden. An dieser Entwicklung dürfte sich in den nächsten Jahren leider wenig ändern. Es ist eher damit zu rechnen, dass weitere ältere Menschen einen Minijob suchen werden, weil sie eine immer geringere gesetzliche Rente erhalten. Ende 2009 betrug die Durchschnittsrente für Neurentner 892 Euro; das waren 60 Euro weniger als für Neurentner im Jahr 2000. Bei Rentnerinnen reduzierten sich die Beträge im gleichen Zeitraum um 27 Euro, und dabei sind noch nicht einmal die Kaufkraft senkenden Preissteigerungen von zwölf Prozent berücksichtigt.