Zur Antwort der Staatsregierung auf die von ihm gestellte Anfrage „Frühverrentung in Sachsen 2010“ – Drucksache 5/6024 (zum Vergleich siehe auch Drucksache 5/4236) – erklärt der sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Dr. Dietmar Pellmann:
Im vergangenen Jahr gingen in Sachsen 27.319 Personen vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Altersrente. Das waren 1.703 mehr als 2009. Der Anteil an denen, die 2010 neu Altersrente bezogen, stieg damit von 75,9 Prozent 2009 auf 78,2 Prozent im vergangenen Jahr. Noch gravierender ist der Anstieg bei denen, die vor dem vorzeitigen Renteneintritt Arbeitslosengeld II bezogen. Waren das 2009 noch 2.178, so im Vorjahr bereits 5.165. Dies ist Beleg der Perspektivlosigkeit für ältere Arbeitnehmer durch Hartz IV. Bei alledem trägt Frühverrentung vor allem ein weibliches Gesicht. Denn 17.051 der Betroffenen waren im vergangenen Jahr Frauen, was einem Anteil von über 62 Prozent entsprach.
Diese nüchternen Fakten beweisen erneut: Die ab 2012 geltende gesetzliche Regelung der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ist völlig verfehlt und nichts anderes als glatter Rentenraub sowie staatlich provozierter Anstieg von Altersarmut. Bekanntlich müssen die meisten Frührentner dauerhafte Abschläge in Kauf nehmen. Die Fraktion DIE LINKE bekräftigt daher ihre Forderung zur Rücknahme der Regelung zur Rente mit 67 und zur Rückkehr des gegenwärtig noch geltenden gesetzlichen Renteneintrittsalters mit 65.