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Dr. Volker Külow, MdL und Dr. Dietmar Pellmann, MdL
21. Oktober 2009 Dr. Volker Külow, MdL und Dr. Dietmar Pellmann, MdL

Quelle-Pleite trifft Leipzig hart / Jetzt Transfergesellschaft einrichten!

Dr. Külow / Dr. Pellmann: Mit Quelle Leipzig erlischt weiterer Leuchtturm - Transfergesellschaft einrichten und Verantwortlichkeiten klären

Zur Insolvenz von Quelle und vor allem zu den Auswirkungen auf den Standort Leipzig erklären die Leipziger Landtagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE, Dr. Volker Külow und Dr. Dietmar Pellmann: 

Das endgültige Aus für den Versandhauskonzern Quelle bedeutet einen neuen Tiefschlag für den Wirtschaftsstandort Leipzig und den angespannten Arbeitsmarkt in ganz Westsachsen. Mit Quelle Leipzig verlischt ein weiterer Leuchtturm, der mit einem dreistelligen Millionenbetrag aus Steuergeldern aufgepäppelt wurde und deren Protagonisten ihre Investitionen immer wieder mit triefendem Eigenlob auszuschmücken wussten. Management-Fehlentscheidungen, getroffen in den Unternehmenszentralen fernab von Sachsen, kosten nun fast 1.000 Arbeitskräften in Leipzig und Umgebung den Job. 

Eine solche unsoziale „Lastenteilung“ ist nicht hinnehmbar. Wir fordern von der Staatsregierung deshalb als ersten Schritt und in Zusammenarbeit mit dem Bund, eine Transfergesellschaft einzurichten und mit öffentlichem Geld auszustatten. Über eine solche Gesellschaft könnten den von Arbeitslosigkeit bedrohten Quelle-Mitarbeitern neue Jobperspektiven eröffnet werden. Am Umgang mit den Quelle-Beschäftigten muss sich Sachsens neuer Wirtschaftsminister Sven Morlok messen lassen; am Umgang mit dieser ersten ernsthaften Bewährungsprobe wird sich zeigen, ob er getreu dem Amtseid in seinem Handeln dem Wohl des Freistaates und seiner Menschen dient oder nur einseitig Kapitalinteressen bedienen will. 

Wir fordern weiterhin, auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung in Sachsen schnellstmöglich Einfluss drauf zu nehmen, dass die moderne Anlage des Quelle-Versandzentrums in Leipzig nicht zur Investitionsruine verkommt, sondern von einem neuen Eigentümer weitergenutzt wird. Welchen Weg dabei die Leipziger Wirtschaftsförderung einschlägt, wird von der LINKEN aufmerksam begleitet. Es geht um nicht weniger als um die strategische Frage, ob der mit reichlich öffentlichem Geld geförderte Logistikstandort Leipzig empfindliche Treffer abbekommt, ehe er seine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann. 

Bei aller Dringlichkeit der genannten Maßnahmen, ist aber auch zu hinterfragen, wie Quelle mit den großzügig gewährten öffentlichen Geldern für das Versandzentrum Leipzig umgegangen ist und wer die Verantwortung für das Versagen trägt. Als größte Oppositionsfraktion im Sächsischen Landtag fordert DIE LINKE eine schnelle und rückhaltlose Aufklärung.