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Dr. Dietmar Pellmann, MdL
3. Mai 2010 Dr. Dietmar Pellmann, MdL

Gesundheitsschädliche Nachtflüge in Leipzig auf den Prüfstand – Sachverständige für Fluglärmfolgen-Studie

Zu den Ergebnissen der öffentlichen Anhörung des Landtags-Sozialausschusses zum Antrag der LINKEN auf Erarbeitung einer Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Fluglärms auf die im Umfeld des Flughafens Leipzig-Halle lebenden Menschen erklären die Leipziger Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Dr. Dietmar Pellmann (stellvertretender Fraktionsvorsitzender) und Dr. Volker Külow (Vorsitzender des Leipziger Stadtverbandes der LINKEN) heute in Dresden:

Kein Sachverständiger hat bezweifelt, dass Fluglärm krank macht. Deshalb darf nicht mit juristischen Winkelzügen die Verantwortung zwischen Bund und Land hin und her geschoben werden. Wie der Leipziger Arzt Dr. Hans-Michael Richter, der über umfangreiche Erfahrungen mit Fluglärm-Patienten verfügt, treffend sagte: Menschen sind wichtiger als Gesetze.

Da der Freistaat Sachsen mit fast 77 Prozent an der Mitteldeutschen Airport Holding AG be-teiligt ist, die wiederum 94 Prozent Anteil am Flughafen selbst hält, trägt Sachsen für den Schutz der Gesundheit von Hunderttausenden betroffener Bürgerinnen und Bürger eine be-sondere Verantwortung. Nach dem Bundesfluglärmgesetz sind ohnehin bis 2017 neue wissen-schaftliche Untersuchungen zu den Fluglärmfolgen vorgeschrieben. Angesichts des von Prof. Eberhard Greiser unter den Anwohnern des Köln-Bonner Flughafens festgestellten Zusammen-hangs von Fluglärm und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den heute in der Anhörung Dr. Richter aus seiner Internisten-Praxis in Leipzig bestätigt hat, ist die Ablehnung einer solchen Studie durch den sächsischen Wirtschaftsminister Morlok völlig unverständlich.

Mehrheitlich sprachen sich die Experten für die von uns geforderte Langzeitstudie aus. Sie soll eine objektive Grundlage für weitere Maßnahme des aktiven und passiven Lärmschutzes sein. Dabei muss die uneingeschränkte Nachtflugerlaubnis im Interesse der Gesundheit der 200.000 betroffenen Bürger/innen endlich auf den Prüfstand kommen.